YEG - Ybbstalbahn Entwicklungsgenossenschaft mbH
Höhenstrasse 49, 3340 Waidhofen an der Ybbs
Tel.:+43 7442 55463 oder +43 664 522 24 55
E-Mail:
ybbstalbahn.entwicklungsgenossenschaft@aon.at17.3.2010
Bayerische Oberlandbahn (BOB Veolia Verkehr) sagt der YEG volle Unterstützung zu
BOB und YEG legen gemeinsame Marschroute für moderne Ybbstalbahn fest
Sehr erfolgreich, wenn auch nicht gerade vom Wetter begünstigt, verlief der Besuch der
bayrischen Eisenbahnexperten Heino Seeger, Geschäftsführer und oberster Betriebsleiter
der BOB und Dietmar Litterscheid, Eisenbahnbetriebsleiter EIU für Eisenbahninfrastruktur,
im Ybbstal.
In einer abendlichen Gesprächsrunde am 15. 3. informierten die beiden Herren sehr
ausführlich die Mitarbeiter der YEG über ihre Tätigkeit als Privatbahnbetreiber, über die
unterschiedlichen Organisationsformen ihrer Streckensanierungen und ihrer
Betriebsstrecken in Süddeutschland. Die dabei heraus gearbeiteten Sachverhalte sind sehr
ähnlich zu den Herausforderungen im Ybbstal, sodass mit großer Spannung am 16.3. die
Besichtigungstour unternommen wurde.
Trotz der Niederlegung des Schienenverkehres im Sommer 2009 aufgrund von drei
Hochwasserschäden, die von den Fachleuten als Bagatelle‐Betriebsstörungen eingestuft
wurden, ist die Infrastruktur zumindest bis Großhollenstein in einem dermaßen guten
Zustand, daß ein endgültiges Zusperren und Abtragen eine „volks‐ und
gemeinwirtschaftliche Wahnsinnstaten“ [Zitat Seeger] wären.
Das gleiche gilt auch für den gesamten Fahrzeugpark, der in der Werkstatt detailliert
untersucht worden ist, in seinem Umfang, speziell jedoch in seinem Erhaltungszustand. Alle
unmittelbar notwendigen Fahrzeuge für einen modernen Bahnbetrieb sind voll
funktionsfähig und bestens – durch die bahneigene Werkstatt – gewartet vorhanden.
Darüber hinaus sind auch jene Fahrzeuge in gleich gutem Zustand vorhanden, um neben
einem modernen Nahverkehr auch einen hochinteressanten touristischen Verkehr anbieten
zu können, sowie alle betriebsnotwendigen Baufahrzeuge.
Die Ausgangslage ist nach den Erfahrungen der Fachleute ausgesprochen günstig, um mit
relativ sehr geringen Mitteln die Ybbstalbahn kurzfristig revitalisieren und modernisieren zu
können. Eine Liste von notwendigen Bedingungen – hauptsächlich organisatorischer und
politischer Natur, z.B. enge Abstimmung mit lokalen Busverkehren – als Voraussetzungen
wurde erstellt. Einem modernen, attraktiven Nahverkehr im Abschnitt bis Großhollenstein
können mehrer Verkehrsausweitungen in Schritten nachfolgen. Verknüpft mit dem weiten
bahnspezifischen touristischen Angebot und einem sinnvoll organisierten Güterverkehr
lässt sich mit dieser Bahnlinie bei geschickter Vermarktung für die Region ein
Mehrfachnutzen erzielen. Deshalb ist das vorgeschlagen Konzept auch kein simples
Ybbstalbahn Entwicklungsgenossenschaft mbH: Bankverbindung, Konto 231-0473/17. Bankleitzahl 15011, Oberbank AG
IBAN: IBAN AT78 1501 1002 3104 7317 BIC (Bank Identifier Code: OBKLAT2L)
Bahnkonzept, sondern ein Wirtschaftsimpulsprogramm für die gesamte Region entlang der
Ybbstalbahn.
Investitionen in der Höhe von lediglich etwa einen Viertel der Kosten des in Bau befindlichen City
Tunnels Waidhofen, sind für die nächsten 40 Jahre nutzbare Basis und gewähren eine
weitreichende Bestandsgarantie.
BOB und YEG haben sich aufgrund des Besichtigungen, der Bestandsaufnahme der
vorhandenen Substanz und des bereits vorliegenden Konzeptes zum Ziel gesetzt, kurzfristig
(2 bis 3 Wochen) ein verbindliches Angebot für die Betriebsdienstleistungen zu erarbeiten
und anschließend mit dem Land NÖ oder einem noch zu gründenden „Zweckverband
Ybbstalbahn“ in Verhandlungen treten zu wollen. Dieses Angebot wird Klarheit bringen,
unter welchen Randbedingungen und zu welchen Kosten die Ybbstalbahn eine sichere
Zukunft als Hauptverkehrsader der Region erwarten kann. Damit wird auch ein Teil des
Regionalverbandbeschlusses vom 21. 4. 2009 objektiviert vorangetrieben, nämlich eine
Interessentensuche für den Weiterbetrieb der Ybbstalbahn bis Großhollenstein.
Die BOB ist kein Investor, sondern ein Dienstleister. Der bisherige Knackpunkt waren und
sind ja die bezahlten, jedoch unterlassenen Wartungsarbeiten an der Infrastruktur (sprich:
Gleiserhaltung), die real weder dem Bundesbahngesetz noch dem Zivilvertrag von Gösing
entsprachen. Diese Nachholerhaltungsmaßnahmen sollten in den vom Bund an das Land
zugesagten Infrastrukturmittel der Grundsatzvereinbarung vom 14. 1. 2010 enthalten sein
(140 Mio. € zweckgebunden für die Infrastrukturen der 3 Schmalspurbahnen, nicht jedoch
für deren Fahrzeuge). Stellen sich diese Mittel als nicht anteilig ausreichend heraus, ist auch
daran gedacht, den Bund für die Beseitigung der so genannten Altlasten in die Pflicht zu
nehmen und die bereits mündlich von Frau BM Bures am 8. Sept.2009 zugesagten
Finanzmittel tatsächlich auszulösen.
Alles in allem zeigt dieser Besuch der Manager der BOB sehr deutlich, dass auch bei uns im
Ybbstal die Chancen für eine moderne Ybbstalbahn sehr real bestehen. Die
übereinstimmende und einhellige Meinung von BOB und YEG ist, dass neben dem
Straßenverkehr der nachhaltige Schienenverkehr im Sinne von Umweltschutz und gegen
den Klimawandel Unterstützung verdient. Die Ybbstalbahn kann einen wesentlichen und
kostengünstigen Beitrag dazu leisten. Diese gesellschaftliche Pflicht muss auch in politische
Entscheidungen einfließen.
Für die YEG
Ing. Siegfried Nykodem KR Ing.Hans Kirchmayr