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« Antwort #6 am: Sa, 31.07.2010 12:03 » |
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Bahnbauten, an denen Ing. Josef Riehl beteiligt war oder welche er selbst plante und errichtete:
1898 Überetscher Bahn Am 22. April 1896 teilt der Bürgermeister Andreas Freiherr Di Pauli aus Kaltern mit, dass die Firma Stern & Hafferl mit den Vorarbeiten für die Planung einer Bahn ins Überetsch beauftragt wird. Das Eisenbahnministerium in Wien erteilt dann am 15. November 1897 dem Bürgermeister zusammen mit der Firma E. Schwarz aus Bozen die Konzession für eine Lokalbahn von Bozen nach Kaltern. Die Leitung des Baues führte Direktor Mühleisen von der oberösterreichischen Firma Stern & Hafferl durch. Ihm zur Seite stand Ingenieur Kling und als Ingenieur-Assistent Josef Riehl. Diese 15,2 km lange Strecke führte zuerst von Bozen aus 4,4 km weit als Péage-Linie auf der Bozen Meraner Bahn. Danach zweigte sie bei Kaiserau ab, überquerte auf einer 67 m langen Brücke die Etsch um an die Hänge zu Füßen der Festung Sigmundskron zu gelangen. Mit einer Maximalsteigung von 31,3 ‰ erreichte sie Eppan um bald darauf nach Kaltern zu gelangen. Obwohl seitens der Stadt Bozen an eine elektrische Traktion gedacht wurde, entschloss man sich zum dampfgeführten Verkehr. Diesen führte die k. k. priv. Südbahngesellschaft mittels eigenen Fahrzeugen durch. Am 15. Dezember 1898 wurde der Betrieb aufgenommen.
1900 Innsbrucker Mittelgebirgsbahn Während der Errichtung der Localbahn von Innsbruck nach Hall tauchten die ersten Gedanken und Pläne für eine Linie nach dem Mittelgebirgsort Igls auf. Das Projekt des Bauunternehmers Hermann Ritter von Schwind erwies sich als recht teuer. So konnte Riehl am 20. Mai 1899 den Gemeinderat für sein Projekt von Wilten über Amras, Aldrans nach Igls gewinnen, vor allem da er selbständig für die Finanzierung sorgen wollte. Baubeginn dieser Linie war im August 1899 und am 4. Februar 1900 gründete sich die Actiengesellschaft der Innsbrucker Mittelgebirgsbahn mit einem Aktienkapital von 1,1 Mio. Kronen, von welchen die Hälfte im Eigenbesitz von Riehl war. Technischer Berater war Staatsbahndirektor R. von Meinong und der leitende Ingenieur war Karl Innerebner. Schon am 27. Juni 1900 konnte die Bahn nach Igls eröffnet werden. Ein 1901 geplanter Ausbau des Innsbrucker Netzes wurde vorerst nicht verwirklicht da man sich nicht klar war, welcher Traktionsart man den Vorzug geben würde. Erst 1903, nach dem Bau des Sillkraftwerkes, entschied man sich für einen elektrischen Betrieb der städtischen Straßenbahn.
1902 Zillertalbahn Erste konkrete Pläne für eine Bahn in das Zillertal tauchten in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts auf. Aber erst am 20. Dezember 1899 wurde die Bewilligung für den Bau einer Bahn von Jenbach nach Mayrhofen erteilt. Im Februar 1900 begann man mit dem Bau von Jenbach bis nach Fügen. Auf Grund von Forderungen des Militärs wurde die Bahn in der bosnischen Spurweite von 760 mm errichtet. Die lichte Weite der gesamten Trasse erstellte man aber für eine normale Spurweite. Der Zugbetrieb nach Fügen wurde mit zwei Dampflokomotiven, vier Personenwagen und 14 Güterwagen am 20.12.1900 aufgenommen. 1901 eröffnete man die weiteren Abschnitte, zuerst nach Kaltenbach und dann nach Zell am Ziller. Da man beim Bau der Bahn auch die Hochwasserausbauten des Zillers errichten musste, erhöhten sich die Baukosten enorm. Dadurch kam es zwischen den Gesellschaftern und dem Bauleiter Schneider zu einem Zwist und diesem wurde gekündigt. Also sollte vorerst Zell der Endbahnhof sein. Bald einigte man sich bei einer Generalversammlung darauf, dass dem Bauunternehmen Riehl der weitere Ausbau der Linie übergeben werden sollte. Dieses begann im Mai 1901 mit seinen Arbeiten, und so konnte das letzte Teilstück von Zell nach Mayrhofen dann am 31. Juli 1902 eröffnet werden. Durch den beginnenden Fremdenverkehr, stellten sich der Bahn bald große Anforderungen und sie musste den Fuhrpark ständig vergrößern. Dazu kam noch der Holz- und Magnesittransport.
1903 Mendelbahn Am 19. Oktober 1903 wurde die Verlängerung zur Überetscher Bahn von Kaltern nach St. Anton als elektrische Adhäsionsbahn in Betrieb genommen. Weiter führte die Mendelbahn dann als elektrische Standseilbahn hinauf zum Mendelpass. Ab 1911 wurde dann die gesamte Adhäsionsstrecke auf den elektrischen Betrieb umgebaut.
1904 Stubaitalbahn A.G. Schon 1899 plante Riehl eine Nebenbahn von Innsbruck über Fulpmes und Schönberg bis nach Matrei am Brenner. Auf Grund des ungeeigneten Terrains plante er aber später die Trasse über Natters, Mutters und Telfes nach Fulpmes. Eine Weiterführung nach Matrei fiel wegen der hohen Kosten dem Rotstift zum Opfer. Die Grundeinlösungen waren enorm hoch und Hangrutschungen verteuerten die Baukosten gewaltig. Der Bahnbau kam nur durch das günstige Stromangebot vom Innsbrucker Sillwerk und dem Eintreten der AEG-Union für eine neue Stromtraktion zustande. Man verwendete erstmals hochgespannten Einphasenwechselstrom aus dem öffentlichen Versorgungsnetz und für den Fahrbetrieb entwickelten die Wiener Ingenieure Winter und Eichberg einen neuen Motortyp. Für diesen Versuch war die AEG bereit tief in die Taschen zu greifen, sie übernahm mit 1,450.000 Kronen mehr als die Hälfte der Kosten. Den Rest übernahmen Innsbruck, Telfes, Fulpmes und Neustift, sowie Riehl selbst. Am 17. August 1903 erteilte das Ministerium die Konzession. Am 31. Juli 1904 erfolgte mit einem großen Volksfest die Eröffnung der Stubaitalbahn. Anfängliche Betriebsschwierigkeiten mit der Stromversorgung verbesserte die AEG-Union, so dass ab Oktober der volle Betrieb aufgenommen werden konnte.
1905 Innsbrucker Straßenbahn Nachdem 1900 die Innsbrucker Mittelgebirgsbahn von Ing. Riehl erbaut worden war, plante er im darauf folgenden Jahr einen Ausbau der Innsbrucker Straßenbahn. Im Februar 1901 erfolgt eine politische Begehung der Straßenbahnlinie. Diese wurde vorerst nicht verwirklicht, da es zu keinem Einvernehmen zwischen den städtischen Behörden und der Lokalbahn kam. Auch war man sich nicht einig, welcher Traktionsart man den Vorzug geben soll. Erst 1903 nach dem Bau des Sillkraftwerkes entschied man sich für einen elektrischen Betrieb im städtischen Netz. Bei einer Trassenrevision im Mai 1904 legt man die neue Trasse vom Berg-Isel-Bahnhof zum Stubaital-Bahnhof, mittels einem Viadukt über die Arlbergbahn zum Staatsbahnhof und über die Andreas-Hofer-Straße – Bürgerstraße – Anichstraße in die Maria-Theresienstraße, hier erfolgt eine Einbindung in die Lokalbahn Innsbruck-Hall. Weiter führt sie über den Burggraben – Museumstraße – Bruneckerstraße zum Südbahnhof. Eine Weiterführung in den Saggen bleibt vorerst noch offen. Während dem Bauunternehmen Riehl die technischen Arbeiten übertragen wurden, übernahm die AEG die elektrische Ausführung der Bahnlinie. Nach den mäßigen Erfahrungen mit der mit Wechselstrom betriebenen Stubaitalbahn entschließt man sich im Mai 1905 aber für einen Betrieb mit 600 Volt Gleichstrom im Stadtnetz. Am 15. Juli 1905 wird die Stadtbahn feierlich eröffnet. Am 18. November 1905 wurde der Betrieb auf der gesamten Strecke vom Berg-Isel bis zur Adolf-Pichler-Straße im Saggen aufgenommen. Die Verlängerung zur neugeplanten Hungerburg-Bahn wurde schon in Erwägung gezogen.
1905 Montafonerbahn A.G. Im vorarlbergischem Montafon startete man seit den neunziger Jahren zahlreiche Versuche, um eine Bahn von Bludenz nach Schruns zu errichten. Der entscheidende Schritt erfolgte aber erst, nachdem sich ab dem 8. März 1902 Ing. Riehl mit dem Projekt ernstlich befasste. Die Kommissionierung für die normalspurige und elektrisch zu betreibende Bahn erfolgte am 5. September 1903, dabei anwesend war Ing. Karl Innerebner, der Partner Riehls. Baubeginn war am 20. Oktober 1904 und am 24. Dezember 1904 wurde dann die Konzessionsurkunde erteilt. Die offizielle Eröffnungsfeier fand am 18. Dezenber 1905 mit den Vertretern von Land, Gemeinden und Bahn statt, auch Ing. J. Riehl war anwesend.
1906 Hungerburg Standseilbahn (alt) Der einstige Kantineur Sebastian Kandler erwirbt mit seiner Abfertigung aus dem Heeresdienst die Gaststätte Maria Brunn. Um den Gästen den Weg zum Hochplateau von Hötting zu erleichtern, plant er gemeinsam mit dem Techniker Rafael von Meinong eine schmalspurige Bahn vom Südbahnhof zum Saggen und von dort aus zur Hungerburg. Auch Ing. Otto Kurz bewirbt sich 1904 für eine Konzession einer Seilbahn auf die Hungerburg. Nachdem Sebastian Kandler, der inzwischen das Gasthaus auf der Hungerburg zu einem Hotel umgebaut hatte, 1906 die Konzession erhielt, plante man eine Standseilbahn, wie sie 1903 schon zur Mendel errichtet worden war. Die Bauausführung wird dem bekannten Bahnpionier J. Riehl übergeben. Im Mai begannen die Arbeiten für die Standseilbahn und schon nach vier Monaten konnte am 12. September 1906 die Bahn feierlich eröffnet werden. Diese Bahn überwindet den Höhenunterschied von 287 Metern auf einer Länge von 824 m mit einer Maximalsteigung von 555 ‰. Bewundert wurden dabei die 156 m lange eiserne Brücke über den Inn und der ebenso lange betonierte Viadukt am Hochplateau. Die Bahn wurde von Anfang an sowohl von den Einheimischen, wie auch von Besuchern gerne benutzt. Schon im September 1906 kauften die Lokalbahnen die Bahn um 660.000 Kronen auf und betrieben sie in eigener Regie. 1907 musste man den Motor auswechseln um die Leistungsfähigkeit zu steigern. Riehl plante 1909 eine Verlängerung der Bahn auf die Hungerburg, doch wurde sie erst 1928 von der Nachfolgefirma Innerebner & Mayer als Seilbahn verwirklicht. Dass die Bahn ein lukratives Unternehmen war zeigt davon, dass sie in den zwanziger Jahren mit ihren Einnahmen das gesamte Lokalbahndefizit deckte.
1907 Rittner Bahn Der Ritten hatte seine vornehmste Bedeutung bis ins 14. Jahrhundert, als sich der gesamte Verkehr über dieses Plateau bewegte. Kaiser und Könige fuhren hier nach Rom. Ab 1314 bewegte sich der Verkehr auf dem Kuntersweg durch die wilde Porphyrschlucht entlang dem Eisack. Am Ritten wurde es ruhiger, dies hatte aber seinen Vorteil. Die reichen und vornehmen Kaufleute aus der Stadt kamen im Sommer zur Erholung auf das kühle Hochplateau. Man „erfand“ die Sommerfrische. Die Bozner bauten sich eigene Häuser am Ritten und ihre Frauen und Kinder verbrachten den Großteil des Sommers in der Höhe. Jedoch der Weg hinauf war beschwerlich, meistens zu Fuß, nur selten mit Pferden. Abwärts ging es auf Plätten, ähnlich den Rodeln, zu Tal. Die Bergbauern konnten sich als Träger ein Zubrot verdienen. Bald schon wollte man eine Verbindung mittels einer Eisenbahn bauen. Dies scheiterte vorerst an finanziellen, aber auch an technischen Hindernissen. Erst die Errichtung der Etschwerke der Städte Bozen und Meran lieferten elektrische Energie und somit stand günstige und billige motorische Kraft zur Verfügung. Der fortschrittliche Bürgermeister von Bozen, Dr. J. Perathoner, gründete zusammen mit dem Bauunternehmer Josef Riehl, dem Bankier Schwarz, dem Kurvorsteher vom Ritten Dr. E Zallinger und anderen 1904 ein Aktionskomitee mit dem Ziel einer elektrischen Kleinbahn auf den Ritten. Der Entschluss fiel auf eine Bahn vom Bozner Zentrum als Reibungsbahn bis zum Bozen-Rittnerbahnhof, ab hier begann die Zahnradstrecke bis nach Maria Himmelfahrt und weiter als normale Adhäsionsbahn über Ober-Bozen weiter nach Klobenstein. Die Bauunternehmung Ing. Dr. Josef Riehl begann im Feber 1906 mit dem Bau und beendete die Arbeiten im April 1907. Die Stadtstrecke vom Waltherplatz über den Südbahnhof zum Bozen-Rittnerbahnhof war 869 Meter lang und fast eben trassiert. Dies war dann auch die erste Straßenbahnstrecke der Stadt Bozen. Ab dem Rittnerbahnhof begann dann die Zahnstange mit dem System Strub. Die 4100 Meter lange Strecke hatte durchschnittlich 222 Promille und eine maximale Steigung von 255 Promille. Auf der Hochebene fährt die Bahn als Reibungsbahn weiter. Die gesamte Strecke hatte eine Länge von 11,746 km und überwand 910 Höhenmeter. Die schwierigen Transportprobleme löste Riehl indem er kontinuierlich von unten nach oben die Bahn ausbaute und diese selbst das Baumaterial emporführte. Dazu lieh man sich von der Triest-Opcina Bahn eine Zahnradlok aus, welche hier als Baulok diente. Damit konnte das Oberbaumaterial, welches alleine ca. 600 Tonnen wog, sowie das gesamte übrige Baumaterial günstig und rasch zugeführt werden. Eröffnet wurde die Rittner Bahn dann am 13. Oktober 1907 unter der Betriebsführung der k. u. k. priv. Südbahngesellschaft. Die Züge verkehrten ganzjährig von 5 Uhr 30 früh bis 9 Uhr am Abend. Eine Fahrt von Bozen nach Klobenstein kostete 4,80 Kronen und dauerte 1 Stunde 20 Minuten. Die Bauunternehmung Riehl errichtete auch das Hotel Maria Schnee in Oberbozen und übernahm den Ausbau der Wasserleitung am Rittnerplateau. Am 1. Juli 1911 übernahm die Abteilung für elektrische Betriebe der Etschwerke den Betrieb der Bahn. Diese führten auch den Betrieb der Straßenbahn Bozen-Gries, Bozen-St. Jakob und der Guntschnabahn durch. Auch das Hotel wurde an seinen Pächter Johann Holzner verkauft. Im Dezember 1964 passierte ein schweres Zugsunglück auf der Steilrampe der Bahn, wobei vier Personen ihr Leben verloren und dreißig Verletzte zu beklagen waren. Eine der Ursachen dieses Unglücks waren die zahlreichen schweren Transporte für den Bau einer Seilbahn nach Oberbozen, welche sowohl Material als auch die Belegschaft an ihr Äußerstes forderten. Man arbeitete nun mit Hochdruck auf die Fertigstellung der Seilbahn und konnte diese am 16. Juli 1966 in Betrieb nehmen. Dies war zugleich das Ende der Zahnradtrasse von Bozen nach Maria Himmelfahrt. Auch die Stadtstrecke vom Waltherplatz zum Rittnerbahnhof in Bozen wurde eingestellt. So verlor die Bahn ihre Bedeutung als Nahverkehrsmittel. 1908 Tauferer Bahn Schon im Juni 1903 gründete man in Bruneck ein Komitee, das die Aufgabe hatte, eine bessere Verbindung von Bruneck nach Sand in Taufers zu erstellen. Sollte zuerst eine Straßenverbindung gebaut werden, so konnte vor allem der Brunecker Advokat Hans Leiter zu einem zeitgerechten Bahnprojekt überzeugen. Der Staat stellte 400.000 Kronen bereit, sobald für weitere 200.000 Kronen Investoren gefunden würden. Für die Planung der Bahntrasse konnte man Ing. Riehl gewinnen. Sicher war sein Interesse auch privater Natur, besuchte er doch dort öfters seine, in Sand in Taufers verheiratete, Schwester Anna. Riehl legte dann 1905 einen Plan für den Bau einer elektrischen, ca. 15 km langen Trasse vor, welche in Normalspurweite (1435 mm) ausgeführt werden sollte. Am 6. Jänner 1907 wurde der Bauvertrag mit Ing. Riehl unterzeichnet und man begann am 25. Juli 1907, gleich nach der Fertigstellung der Rittnerbahn, an drei Stellen gleichzeitig mit dem Bau. Am 8. Juli 1908 erfolgte die feierliche Eröffnung der Tauferer Bahn. Den Betrieb führte dann die k.k. Südbahn-Gesellschaft durch. Die Einnahmen durch den starken Frachtverkehr und dem Fremdenverkehr, auf welchen der Fahrplan abgestimmt war, ließen die Kasse stimmen.
1912 Mittenwald Bahn und 1913 Außerferner Bahn Seit 1901 befasste sich Riehl mit dem großen Projekt einer Bahn von Innsbruck nach Mittenwald und weiter über Garmisch nach Reutte in Tirol. Dabei waren zahlreiche Probleme im Vorfeld zu überwinden. So wollten die Bayern lieber eine Bahntrasse von Pfronten über Reutte und dem Fernpaß zur Arlbergbahn, und die Vinschgauer hielten an einer Verbindung von Meran über Mals, dem Reschenpaß nach Landeck fest. 1902 legte er sein generelles Projekt vor, bis 1904 konnte er Bayern und Österreich zu einem Staatsvertrag für eine grenzüberschreitende Bahn von Innsbruck über Mittenwald, Grießen, Reutte, Pfronten nach Kempten bewegen. 1905 errichtete die Fa. Riehl den Streckenabschnitt der Außerfernerbahn von Reutte nach Pfronten. Er arbeitete das gesamte Baukonzept der Bahn aus und kümmerte sich um die Finanzierung des gesamten Projektes. Finanziers waren neben Riehl selbst die österr. Creditanstalt für Handel und Gewerbe, dem österr. Staat, dem Land Tirol und den anliegenden Gemeinden. Für die Baudurchführung assoziierte sich Riehl mit dem Oberbaurat e.h. Ritter Wilhelm von Doderer. Die Creditanstalt vergütete eine Pauschalsumme von 24.401.700 Kronen für die Bahn, mit eingeschlossen war der Kraftwerksbau, die elektrischen Einrichtungen, der Fuhrpark und auch die Grundeinlösungen. Der Spatenstich erfolgte an der Martinswand am 10. März 1910, die Bauleitung übernahmen Riehls beide Partner Innerebner und Mayer. Der Martinswandtunnel konnte am 16. Mai 1911 durchbrochen werden und es schien als könnte der geplante Termin für die Fertigstellung der Linie Innsbruck - Scharnitz am 1. Juli 1912 gehalten werden. Jedoch verzögerte ein Unfall beim Transport eines Transformators die endgültige Fertigstellung des Baues. Auf bayerischer Seite wurde der Termin eingehalten und die ersten Züge wurden dort mit Dampfloks geführt. Am 28. Oktober 1912 war es soweit, die Bahn konnte eröffnet werden. Ein paar Ehrengäste fuhren die Strecke ab und eröffneten dieses Jahrhundertbauwerk recht formlos. Zur Stromversorgung wählte die Firma AEG einen Einphasen-Wechselstrom mit 15.000 Volt und 15 Hz. Dieses System wurde dann 1920 mittels Vertrag zwischen Österreich, Deutschland und der Schweiz als Norm für die Elektrifizierung von Vollbahnen bestimmt. Später schlossen sich noch Norwegen und Schweden diesem System an. Eigens für die Stromversorgung wurde das Ruetzwerk im Stubaital errichtet. Dabei wird das Wasser bei Fulpmes gefassen und nahe der Stefansbrücke abgearbeitet. Für Wassernotfälle sah er einen Wasseraustausch mit dem Sillwerk der Stadt Innsbruck vor. Den Abschnitt von Scharnitz/Mittenwald über Garmisch nach Griesen errichteten die Bayerischen Staatsbahnen selbst. Auch ein Kraftwerk am Walchensee versorgte den bayerischen Abschnitt mit elektrischer Energie. Die Fertigstellung dieser Strecke verzögerte sich aber, so dass man zur Inbetriebnahme der gesamten Tiroler Bahnlinie mit Dampflokomotiven über bayerischem Gebiet gezogen wurde. Die Eröffnung der Strecke von Griesen nach Reutte erfolgte am 20. Mai 1913. Damit konnte der durchgehende Zugbetrieb von Innsbruck nach Reutte aufgenommen werden.
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